W E R B U N G
Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

Cruachan - Blood For The Blood God

Mit „Blood for the Blood God“ holen Cruachan zum 7. Schlag aus und treffen damit voll ins Schwarze. Wer bisher dachte, Eluveitie machen Folk-Metal, wird hier von der Welle praktisch erschlagen. Auf diesem Album trifft volkstümliche irische Musik auf einen metallischen Sound und das passt wider Erwarten sehr gut zu einander.

 Mit dem als Intro zu wertenden „Crom Cruach“ wird ein eher ruhiger Sound abgelegt, doch der gleich im Anschluss folgende Titeltrack gibt da schnell eine härtere Gangart zu erkennen. Die Stimme des Sängers Kieth Fay erinnert dabei etwas an Christopher Bowes von Alestorm, was jedoch keineswegs schlecht ist. Im Gegenteil, die Rauigkeit passt sehr gut zum Gesamtsound.

 Als nächstes folgt dann gleich „The Arrival of The Fir Bolg“ mit einem schnellen Doublebass Intro, welches dann sofort von einem folkigen Sound abgelöst wird. Der Song nutzt insgesamt mehre Elemente, was ihn durchaus weg von der Eintönigkeit bringt und ist für mich einer der Besten auf der Scheibe.

 „Beren And Luthien“ behandelt kein typisches irisches Gedankengut, sondern eine von J.R.R Tolkien erdachte Geschichte. Der Song beginnt mit einem schnelleren Anfang, abgelöst von einem etwas langsameren Mittelteil. Insgesamt ein schönes Gesamtwerk, dass vor allem durch seinen aggressiveren Endpart besticht.

 „The Marching Song of Fiach McHugh“ hat beinahe durchgehend einen akustischen Hauptpart und folgt dabei einem für Märsche üblichen Rhythmus. Die verzerrte Gitarre bleibt dabei größtenteils ein Hintergrundgeräusch, fügt sich jedoch überraschend gut ein. Dazu kommt die Frauenstimme, die zusammen mit Kieth ein Duett hinlegt, das durchaus dem Song förderlich ist.

 Das nachfolgende „Prophecy“ ist einer der schnellsten und härtesten Songs des Albums und vermutlich gerade deswegen der in meinen Augen Beste dieses Albums. Die Riffs sind eingängig, die Melodien stimmig – so wie es sein soll!

 Zur Mitte des Langspielers folgt mit „Gae Bolga“ eine instrumentale Pause. Gerade nach dem schnellen Prophecy eine gute Abwechslung die zu Beginn auf rein akustische Instrumente zielt, später jedoch auch elektrische Gitarren verwendet. Definitiv kein schlechtes Lied, aber auch kein Leuchtfeuer der Scheibe.

 Mit „The Sea Queen of Connaugh“ widmet sich Cruachan wieder der irischen Geschichte und behandelt die Legenden der irischen Piratin Grace O'Malley. Auch hier werden irische Melodien mit modernem Metalsound vermischt was zu einem runden Endergebnis führt.

 „Born for War (The Rise of Brian Boru)“ folgt dem Schema, bringt jedoch kaum neues hinzu. Für mich klingt der Song zu sehr wie die zuvor gehörten. Für sich alleine genommen kein schlechtes Lied, aber im Gesamtbild zu ähnlich mit dem Rest.

 „Perversion, Corruption und Sanctity“ besteht aus zwei Parts und bringt wieder mehr Abwechslung hinein. Die Riffs sind gut geschrieben, dazu kommen verschiedene Elemente mit unterschiedlichem Tempo. Der zweite Part ist wieder komplett instrumental, was dieses Doppelpack sehr gut abschließt.

 Zum Abschluss gibt es mit „Pagan“ ein würdiges Ende des Albums. Durch ein erneutes Duett von Keith Fay mit einer cleanen Frauenstimme wird ein guter Kontrast erschaffen. Es wird insgesamt etwas mehr Augenmerk auf den Blackmetalsound gelegt als auf den Folkanteil, was das Stück nochmal etwas härter erscheinen lässt. Definitiv ein gutes Endergebnis.

 

Als Fazit lässt sich sagen, dass Cruachan hier eine gelungene Mischung von Folkmetal mit einigen Black-Einflüssen abliefert. Zwischendurch gibt es zwar Durchhänger, da sich einige Songs zu sehr ähneln, dennoch reicht es für ein runden Gesamteindruck. Bisherige Cruachan-Fans werden sicher nicht enttäuscht, aber auch Anhänger von Eluveitie sollten mal ein Ohr riskieren.

 

Wertung: 

Zum Seitenanfang