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Hammerfall - (R)evolution

Sie gehören zu den unumstrittenen Pionieren des Power- und Heavy Metal: Hammerfall. Mit „(R)evolution liefern die Schweden nun ihr bereits zehntes Album ab. Die Erwartungen seitens der Fangemeinde waren vor allem Angesichts des Vorgängerwerkes „Infected“, das für viele eine Enttäuschung darstellte, sehr hoch. Schaffen Hammerfall es, diese Erwartungen zu erfüllen?

Ich persönlich muss sagen, dass ich „Infected“ bei Weitem nicht so schlecht fand wie es oft behauptet wird, mir hat das Album durchaus gefallen. Vielleicht auch, weil ich zwar einige der alten Alben kenne, aber kein Experte der Band bin. Aber klar, vormachen brauchen wir uns nichts, viel von dem klassischen  Sound, der die Band früher geprägt hatte, war, abgesehen von der Stimme des Sängers Joacim Cans, nicht mehr übrig.

An die Skeptiker lässt sich jedoch schon mal Entwarnung aussprechen: Auf „(R)evolution“ geht es wieder ein ganzes Stück mehr in die altbekannte Richtung zurück, was sich schon durch Bandmaskottchen Hector erahnen lässt, welcher für das neue Album auf das Cover zurückkehren durfte. Aber auch musikalisch, und darum sollte es ja in erster Linie gehen, klingt das Album wieder mehr nach klassischem Power Metal mit Heavy – Einschlag. So bieten die meisten Songs eigentlich genau das, was man sich von einem Hammerfall – Album erwarten kann: Songs wie „Hector's Hymn“, das vorab als Single veröffentlichte „Bushido“ oder „We won´t back down“ sind Paradebeispiele für Refrains, die schnell im Ohr bleiben und eingängige Melodien. Hierzu möchte ich auch den Titeltrack zählen. Dieser kommt zwar mit einem fast schon zu typischen Refrain daher, den man so in dieser Form schon oft hörte, was mich beim ersten Mal anhören auch erstmal ernüchterte. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen entwickelt sich der Song aber zu einem sehr gut funktionierenden Ohrwurm, nicht zuletzt das macht ihn absolut hörenswert. Thematisch wird ein recht breites Spektrum mit Themen angesprochen, die noch nicht allzu oft besungen wurden. So handelt „Bushido“ etwa vom Kodex der Samurai, während die Ballade „Winter is coming“ textlich von der Fantasyserie „Game of Thrones“ inspiriert ist, was Kenner jener Serie schon am Titel erahnen dürften. Noch ein Hinweis zur Gesangsleistung: Joacim Cans prägt die Songs mit seiner bekannten, hohen Stimme, allerdings gibt es auch ein paar mehr Facetten. So wird auf „We won´t back down“ etwa teilweise in einer tieferen Stimmlage gesungen, während sich auf „Evil Incarnate“ sogar so etwas wie Growls befinden. Ob diese allerdings von Joacim Cans selbst stammen, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

 

Mit elf regulären Songs und einem Bonustrack auf der Digipack – Version bieten Hammerfall reichlich Material auf „(R)evolution“. Wenn dabei nicht jeder Song in der absoluten Oberliga spielt, ist es verständlich. Ein Lückenfüller befindet sich wohl nicht auf dem Album, doch haben einige der Lieder durchaus ihre Ecken und Kanten. Die schon angesprochene Ballade „Winter is coming“ dürfte in erster Linie für Ineressenten an der Serie „Game of Thrones“ interessant sein, abgesehen von dieser Thematik  findet man ein solides, aber nicht wirklich herausstechendes Lied hervor. „Tainted Metal“ besitzt einen Refrain, der im Wesentlichen nur aus dem Songtitel besteht, was an sich noch kein Problem ist, jedoch nutzt er sich hier recht schnell ab, wodurch das Lied gegen Ende beinahe schon anstrengend wird. Auch „Live life loud“ ist mit einem derartigen Refrain gesegnet und gehört nicht zu den besonderen Werken des Albums, allerdings dürfte dieser Song bei Live – Auftritten eine Menge Spaß machen. 

Dies alles sind eher kleinere Mängel, die die Songs aber nicht unhörenswert machen. Und die Lieder deswegen abzustrafen wäre ungerecht, denn Hammerfall bieten hier ein wirklich überzeugendes Album, auf dem die Menge der eingängigen und zum immer wieder hören einladenden Songs ganz klar überwiegt und das auch Kritiker des vorhergehenden „Infected“ wieder aufatmen lassen kann. Die Band bleibt ihrem beliebten Stil treu und kann mit „(R)evolution ein wirklich gutes Album vorweisen, das sich nahtlos in die bisherige Diskografie einfügen kann.

 

Anspieltipps:

Hector's Hymn

Bushido

Ex Inferis

Origins

Wildfire

Wertung:     

Euer Pascal

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