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J.B.O. – Nur die Besten werden alt

Ist es Zufall, dass Wacken und JBO gemeinsam ein viertel Jahrhundert feiern oder steckt gar ein diabolischer Welteroberungs-Plan dahinter? Wer die Antwort darauf wissen könnte lest ihr weiter unten, muahahahaargh.

1989 haben sich die Meister des „Blöedsinns“ aufgemacht, die Welt mit harten Klängen und tiefschürfender, nachdenklicher Lyrik zu erobern. Und auch nach 25 Jahren sind die rosa Krieger nicht müde ihre vertonten Weisheiten unter das geneigte Metalvolk zu streuen.

Mit Album Nummer 10 skandieren sie „Nur die Besten sterben alt“ und dass sie zu den Besten Ihres Fachs gehören beweisen sie mit aktuellem Silberling anstandslos.

Track Nummer 1 „Vier Finger für ein Halleluja“ (Bud Spencer und Terence Hill anyone?) ist eine traditionell gehaltene Heavy Metal Ode an die Pommesgabel und selbstverständlich an JBO selber, bevor sie mit „Death is Death“ die Death Metal Power besingen und begrowlen, inklusive Doublebass Attacken, Blast Beats, Slamdowns und … öhm … ja… nun… Scratches. Das gegrowlte nananananaaa lässt ans Krümelmonster denken und somit macht auch der zweite Song ungemeinen Spaß.
Mit Track 3 folgt eine kurze „Ansage“ für Track Nummer vier, die man gehört haben muss, da sie sich nicht beschreiben lässt. Ablachen garantiert. Das angekündigte „Sakradi, mei Sack is hi“ ist wie die vorangegangene Ansage purer „Blöedsinn“ in Reinkultur. Eine metallische Musikantenstadl Nummer, die möglicherweise von Versuchsratten in einem illegalen Drogenlabor im Auftrag von JBO komponiert wurde. Kennt jemand noch „Ein Loch ist im Eimer, Karl Otto“? Nun diese Thematik wird hier treffend mit Säcken aufgegriffen. Sehr spaßig das Ganze.

Track 5 ist die kurze Philosophie darüber, was twittern mit Gras zu tun hat.
Von diesem Rauschmittel kommen wir zum wohl populärsten Rauschmittel überhaupt in der Rosa Armee Fraktion: Bier. „Das Bier ist da zum Trinken“ ist eine verrockte Hommage an „These Boots are made for walking“ und an unseren allseits beliebten Gerstesaft, der hier mit Inbrunst vom Anfang bis zum (unappetitlichen) Ende des Stückes besungen wird.
Mit dem siebten Song graben die Jungs einen alten Alice Cooper Klassiker aus. „Schule aus“ ist wie der Ur-Song ein gute Laune Teil und kommt in JBO Fassung noch etwas „schmissiger“ rüber. 
„Der sechste Sinn“ bedarf nicht vieler Worte. Kurz und schmerzfrei. Selbstverständlich viel tragischer und unheimlicher als die Originalszene aus dem Film.

Es folgt „Was würde Jesus tun“, eindeutig einer meiner Lieblingssongs des Albums. Sittenwächter und allzu religiöse Menschen werden hier wahrscheinlich einen Koller kriegen, aber JBO bringt es hier (auch mit Seitenhieben auf andere religiöse Ikone) auf humorvolle Art und Weise auf den Punkt, dass eben auch in Glaubensfragen nicht alles bierernst (was ein Wortspiel) genommen werden sollte.

In „Mittelalter“ werden zentral die besten Jahre besungen. Von wegen Midlife-Crisis. Ganz nebenher bekommen ein paar Mittelalterbands augenzwinkernd ihr Fett weg. Es muss nicht explizit erwähnt werden, dass das Lied von mittelalterlichen Klängen durch Prinz Hodenherz von Feuerschwanz begleitet wird. 
Track 11 namens „Aberglaube“ ist wieder ein kurzer geistiger Erguss. Ohne Worte.

„Die Waldfee“ ist ein Lied über Verlust und Enttäuschung und letztendlich zeigt er auch, dass J.B.O. auch ihrem Plattenboss gegenüber ihr Ding durchziehen und offen jedem ihre Meinung sagen. 
Und dann hörst du J.B.O.“ – und alles wird gut. Egal wie schlimm das Leben es gerade mit dir meint und wie tief du unten bist. JBO hilft – behaupten sie mit diesem Lied in einem Wechsel aus Stakkato und punkig – rockigen Rhythmen. 
Es folgt ein kurzes und oberbrutales „McDeath“ bevor Mambo No5. Zerlegt und neu zu Metal No 666 zusammengefügt wird und die Jung uns auf eine kurzweilige Reise durch die Vergangenheit und Zukunft des Metals und den dazugehörigen Bands nehmen.
Es folgt „Die Antwort“ mit akustisch-balladeskem Anfang und vielen, wirklich absolut tiefgründigen Fragen, wie man es nur von JBO gewohnt ist. Die Antwort auf all diese Fragen und vielleicht auch auf meine eingangs gestellte Frage nach dem geheimnisvollen Doppeljubiläum weiß nur einer, und das ist nicht der Wind. Hörts euch an.
Es folgt eine kurze „Zeitansage“ und schon sind wir (leider) schon beim letzten Lied dieses Stück deutschen Kulturguts humorvoller Unterhaltungskunst der derben Sorte angekommen: „Jung dumm und besoffen“ kommt verdächtig autobiografisch daher. Eine Prise Nostalgie mit Lobgesang auf die unbeschwerte Jugend und der Message „Macht das was ihr liebt und bleibt dabei“ runden die CD ab. Für Geduldige gibt’s ganz am Schluss noch eine sehr wichtige Weisheit, denn auch die neue, moderne Technik birgt ihre Tücken ;).

25 Jahre JBO = 25 Jahre rosa Spaß in hohen Dosen und auch Album Nummer 10 weiß bestens zu unterhalten und zu bespaßen. Die Jungs sind lange noch nicht satt und so wollen wir hoffen, dass sie Wort halten und noch viele weitere Jahrzehnte rocken und Spaß bringen.
Mit der Limited Edition kommt übrigens noch eine Bonus CD mit über einer Stunde Live-Material in bester Qualität. Klare Kaufempfehlung


Wertung:     

Mit rosaroten Metalgrüßen
René

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