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Eden weint im Grab - Na(c)htodreise

Am 31.03.2017 veröffentlichen die Dark Metaller von Eden weint im Grab ihr siebtes Studioalbum.

Auf diesem Konzeptalbum beschäftigen sich Alexander Paul Blake (Gesang, Bass, Rhythmus-Gitarre und Keyboard), Dr. Eckstein (Lead-Gitarre), Ivar Rabenfeder (Rhythmus-Gitarre), Zeus X. Machina (Schlagzeug), Meyster M. Melicus (Cello) und Kalila Karussell (Violine, Bratsche, Mandoline, und Backing Vocals) mit dem Thema „Was geschieht nach dem Tod?“ und beleuchten es aus verschiedenen Blickwinkeln. Jedes Lied steht für eine Station der Unterwelt/des Jenseits. EwiG setzen hierbei auf eine powervolle Mischung aus Dark Metal und kammermusikalischen Elementen, um eine düstere, starke und zugleich gefühlvolle, teilweise melancholische Stimmung zu erzeugen. Die Texte sind eine Mischung aus philosophischen Zeilen und einer guten Prise schwarzem Humor, welche den Zuhörer sowohl zum Nachdenken, als auch zum Schmunzeln anregen dürfte.

Ich durfte mir das Werk für euch vorab einmal anhören.

 

Hier die Tracklist:

  1. TraumTod

  2. Bon Voyage

  3. Die astrale Wildnis

  4. Der Jenseitstroll

  5. Das Höllentor

  6. Limbus

  7. Der Exitus der Schlangen

  8. Kahnfahrt auf dem Acheron

  9. Legionen Luzifers

  10. Die verwaiste Wüstenstadt

  11. In der Toten-Taverne

  12. Aevum

  13. Sternenmenschen

  14. Das große Mysterium

  15. Epilog

 

 

Melancholisch, schwer und streicher-lastig beginnt der Opener „TraumTod“. Das Lied entwickelt sich nach und nach zu einer epischen Metal-Hymne, welche vom schwarzen Mann, der Grenze zwischen Tod und Traum singt und den Zuhörer wie durch ein (Alb-)Traum-Tor in die Welt von Na(c)htodreise entführt. Fetzende, einprägsame Gesangsparts wechseln sich mit großartigen Refrains ab. Eden weint im Grab überzeugen schon beim ersten Lied des Albums nicht nur mit instrumentaler Stärke, sondern setzen auch verschiedene Gesänge gekonnt ein und bilden so ein interessantes und vielfältiges Klangbild.

„Bon Voyage (Ein sonderbares Begräbnis)“ beschreibt sehr düster was in einem Grab und bei einer Beerdigung so passiert. Bissig, mit einer guten Portion schwarzem Humor („Bon voyage“- also „gute Reise“) erzählt davon, dass es den Toten nicht interessiert, was um ihn herum passiert und wie der Leichnam im Grab zersetzt wird. Musikalisch haben wir auch hier wieder Dark Metal vom Feinsten. Allerdings dieses Mal ohne klassische Elemente.

Weiter geht es mit „Die astrale Wildnis“. Nach der Beerdigung geht es nun hinab ins Reich der Toten. In diesem Fall wird die Hölle mit all seinen Qualen und Grausamkeiten besungen. Starke Chöre und die uns von „TraumTod“ schon bekannten abwechslungsreichen Gesänge werden bei diesem Lied in eine gute Mischung aus hartem Metal und stimmungsvollen Streichern gekleidet.

Im nächsten Lied begegnen wir dem „Jenseitstroll“. Eher ruhig, mit kraftvollen Drums und Streichern beginnt der Song. Die Geschichte wird fast schon märchenhaft (natürlich als düsteres Märchen) erzählt. Der Fokus liegt bei diesem Lied auf der Stimme und bringt so den Text sehr klar und eindrucksvoll rüber. Eine wahre Powerballade, mit Schunkel-Potential im 3/4-Takt.

Weiter geht die dunkle Märchenstunde mit „Das Höllentor“, welches wie „Der Jenseitstroll“ Hörspiel-Charakter besitzt. Der Text wird hierbei gesprochen, lässt den Zuhörer durch das „Höllentor“ treten und nimmt ihn mit Hilfe von Drums, die an einen Einzug in eine Arena erinnern gefangen.

„Limbus“ flüstert und schreit im Wechsel die Geschichte von Trauer und Höllenqualen. Vergleichsweise ruhig und reduziert zeigen EwiG hier eine ganz neue Facette, die wir bisher auf diesem Album noch nicht gehört haben.

Schluss mit ruhig. Weiter geht es mit „Der Exitus der Schlangen“. Ein schönes Metalstück, welches sich hervorragend zum Headbangen eignet. Der Text ist fies, leidenschaftlich und düster. Es geht um Totenmessen, Extase, Leidenschaft und untote Seelen.

Die „Kahnfahrt auf dem Acheron“ erzählt von der Fahrt über den Totenfluss Acheron, von den Gesichtern, die darin zu sehen sind und von den Händen, die aus dem Wasser heraus greifen und versuchen die Reisenden mit sich in die Tiefe zu reißen. Musikalisch hat das Lied das Zeug zu einer starken Hymne. Dramatisch, im Refrain von den Streichern dominiert ist es eine kraftvolle Ballade, die an Schwere und Dramatik kaum zu überbieten ist.

Die „Legionen Luzifers“ sind eine starke, treibende Metal-Nummer, die live sicherlich so richtig abgeht.

Weiter führt die Reise in „Die verwaiste Wüstenstadt“. Mit seinem dunklen Western-Flair könnte das Lied ebenso gut der Soundtrack zu einem Tarantino-Streifen sein. Auch hier zeigt die Band eine ganz neue Facette von sich und zelebriert einen gekonnten Stilbruch, ohne sich jedoch völlig vom roten Faden des Albums zu entfernen.

Auch ein Trinklied darf in der Unterwelt nicht fehlen.„In der Toten-Taverne“ lässt die Toten auf ihren Grabsteinen tanzen und kommt mit einer guten Portion schwarzem Humor daher. „Es feiern die Toten das endlose Sein.“

„Aevum“ verbreitet im Intro und in den Strophen das Gefühl unter einem Sternenhimmel in einer eiskalten Winternacht zu stehen. Treibend, kraftvoll und krachend. Zwischendurch blitzen hier und da ein paar Pianoklänge hindurch, welche im Mittelteil mit Streichern verschmelzen und dann von einem epischen Gitarrensolo abgelöst werden. Gänsehaut pur!

„Sternenmenschen“ beginnt mit einem schicken Gitarrensolo und entwickelt sich schnell zu einer starken, rasanten Metal-Nummer. Krachend, laut einfach genial.

„Das große Mysterium“ hat wie „Aevum“ Filmmusik-Charakter. Ruhig, nachdenklich und wieder mit einer spürbaren Kälte verbreitet das Stück ein Hauch 80er-Feeling. Schwer, tragend und düster.

Der „Epilog“ ist das letzte Lied auf dem Album. Der Text wird gesprochen, erzählt von Wiedergeburt und vom ewigen Kreis, der sich am Ende wieder schließt. Der Song beschreibt den Übergang vom Reich der Toten ins Licht und ins neue Leben. Welch schöner und hoffnungsvoller Abschluss.

 

Fazit:

Schaurig-schön, düster, aber nicht zum Weglaufen gruselig. Eden weint im Grab haben sich mit ihrem neuen Album ein wahres Denkmal gesetzt. Die Songs gehen in einander über und bilden so ein zusammenhängendes Konzeptalbum. Die Vocals sind klar und deutlich zu verstehen, die Band bietet ein großartiges Spiel aus verschiedenen Gesangsstilen und kombiniert diese gekonnt mit einer Mischung aus Dark Metal und virtuos gespielten Klassik-Klängen. Gänsehautfeeling, Gruselmomente und philosophische Texte, die zum Nachdenken anregen kommen ebenso wenig zu kurz wie Headbang- Nummern und epische Instrumentalsoli.

Nicht nur für Anhänger der schwarzen Szene ein absoluter Leckerbissen, der jede CD-Sammlung bereichert.

 

5 von 5 Pommesgabeln

 

Weitere Infos, Tourdaten, etc. bekommt ihr hier:

www.edenweintimgrab.de

www.facebook.com/edenweintimgrab

www.einheit-produktionen.de

 

Eure Morgaine

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