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Dudelsack-Drehleier-Unterricht Alex Zwingmann

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Faun: „Von den Elben“

Am Anfang muss ich Euch sagen, dass ich erst durch die Werbung im Fernsehen erfahren habe, dass Faun ihren Stil „etwas“ geändert haben. Die Hintergründe dafür habe ich dann durch diverse Internetseiten erfahren. Und an dieser Stelle will ich gleich mal erwähnen, dass ich die Aufregung/Kritik von einigen bzw. vielen Faun-Fans nicht verstehe. Ja das Album ist anders, als die vorherigen Alben. Aber gebt den Songs doch eine Chance! Da wo Faun drauf steht, ist auch Faun drin… Und einige Songs auf „Von den Elben“ sind im typischen Faun-Stil. Näheres dazu weiter unten im Text.

Das Album ist sehr abwechslungsreich. Es kommen nicht nur „Tanznummern“ vor, sondern auch wundervolle Balladen, die zum Träumen anregen. Aber es werden auch Mythen, Märchen und typische Themen im Mittelalter besungen. Auf dieser Platte findet man ebenfalls ein instrumentelles Stück, worauf ich später noch mal näher eingehen werde.

Das erste Stück des Albums, ist ein Song der es mir sehr angetan hat. „Mit dem Wind“ ist Faun`s Hymne an die Freiheit und an die Wiederkehr des Frühlings, obendrein ein totaler Ohrwurm für mich. Ich als Drehleierliebhaberin lausche beim mehrfachem durch hören, fast nur der Drehleier. Man kann einfach nicht still sitzen bleiben. Es packt einen gerade zu das Fernweh, sowie zur Zeit die Sehnsucht nach dem lang erhofften Frühling!
Der Text spielt im Mittelalter, als man den Jahreszeiten noch sehr stark ausgeliefert war, nicht so wie in unserer heutigen Zeit. Es geht um das großartige Gefühl wenn nach einem langen Winter der Frühling wiederkehrt.

Das Lied „Diese kalte Nacht“ ist eines der wenigen Stücke auf dem Album, wo man auch mal mehr auf Oliver s. Tyr`s Stimme lauschen kann. Und seine Stimme harmoniert super mit den beiden Stimmen von Fiona Rüggeberg und Katja Moslehner.
In dem Text geht es um eine Nacht in der es sehr kalt ist, wo Haus und Hof für einen Mann versperrt sind. Er wartet darauf, dass seine Liebste ihm öffnet, weil er durch die Kälte den Morgen nicht überleben könnte. Am Ende des Liedes „öffnet sie ihm die Tür“ und als der Morgen kommt liegt das Mädchen in den Armen des Liebsten und dankt den Wind dafür.
Die Dudelsack- und Drehleiermelodie passt super zu dem Text des Liedes, was mich persönlich zum Träumen einlädt...

Mit dem ruhigem und melodischem Song „Von den Elben“, was auch der Albumtitel ist, bin ich noch nicht ganz warm geworden. Wenn ich nur traumhafte Harfenmelodie, gepaart mit dem wundervollen Flötenspiel von Fiona Rüggeberg, betrachte, dann werde ich gedanklich in eine andere Welt gebracht. 
Einigen Faun-Fans wird die Melodie etwas bekannt vorkommen, da Faun vor vielen Jahren den mittelhochdeutschen Text „Von den Elben“ des Minnesängers Heinrich von Morungen vertonten. Diesmal schrieb Oliver s. Tyr einen neuhochdeutschen Text zu dieser Melodie. In diesem Text geht das darum, dass die Sängerin oder auch Erzählerin ein elbengleiches Wesen zu verstehen beginnt und von ihrer Schönheit bezaubert wird. 
Lasst das Lied in Ruhe auf Euch wirken und bildet Eure eigene Meinung dazu.

Die beste „Tanznummer“ auf diesem Album ist meiner Meinung nach „Tanz mit mir“. Ein unbeschreiblich gutes Duett mit Björn Borth von Santiano. Bjön´s und Katja Moslehner`s Stimme ergänzen sich einfach perfekt in diesem Stück. Dieses Lied lässt mich erst recht nicht auf den vier Buchstaben sitzen bleiben. Ich muss mich einfach dazu bewegen und natürlich (zum Leiden meiner Mitmenschen) mit singen….
Statt „Tanznummer“ könnte man es auch als „Trinklied“ bezeichnen. Es handelt um das mittelalterliche Thema schlecht hin: dem Wein! Man sitzt gemütlich in der Runde in einer Taverne und der Wein fließt in Strömen. Der Wein verführt die Menschen zur Sünde, aber die Frau im Lied lässt sich nicht so leicht um den Finger wickeln und stellt dem Herrn ein paar Forderungen.
Bei diesem Song werden Liebhaber von Flöten, Schalmeien und Drehleiern nicht enttäuscht.

Wer hat das Statement von Oliver s. Tyr auf Facebook nicht gelesen und wusste trotzdem woher ihm das Lied bekannt vorkommt? Nach dem zweiten Mal Hören ist es mir aufgefallen. „Schrei es in die Winde“ ist eine wundervolle und gelungene Coverversion des Songs „Omnos“ von Eluveitie. 
Ich lehne mich jetzt mal so weit aus dem Fenster und sage, diese deutsche Version könnte man als leichte „Rocknummer“ des Albums charakterisieren. Mir persönlich fehlt die E-Gitarre nicht.
In dem Text geht es wieder um ein mittelalterliches Thema: Hexen. Viele Frauen, die das Wissen der Kräuter besaßen, wurden damals um Rat gefragt, dass natürlich sehr hilfreich für die Menschheit war. Andererseits wurden sie bestraft, falls die Kräuter mal versagten. In dem Lied handelt es sich um eine kräuterkundige Frau, die in die Wälder flüchtet, weil sie von der Menschheit verstoßen wurde.
Immer noch ein toller Song über mein Interessenfeld…

Meiner Ansicht nach ist der Song „Wilde Rose“ ein sehr „schweres“ Stück, melodisch und textlich gesehen. Dieser Song kann einen sehr nachdenklich machen…
Das Lied beruht auf einer alten gälischen Ballade „Siuil a run“. Es geht um das, leider immer noch aktuelle, Thema, dass die Frau zu Hause sitzt und wartet/hofft, dass ihr Liebster wieder aus dem Krieg heimkehrt. Traurigerweise geht es nicht positiv aus, weil die Frau durch einen Brief erfährt, dass ihr Liebster als Held starb.

Obwohl der Song „Wenn wir uns Wiedersehen“ auf einem Motiv des Mittelalters beruht, der Liebe zwischen Spielmann und Königskind, erinnert es mich komischer weise an einen Indianer-Song, woran der Refrain nicht ganz unschuldig ist. Durch die Flötenmelodie und den wunderschönen Stimmen von Fiona Rüggeberg und Katja Modlehner fühle ich mich (mal wieder) in eine andere Welt gezogen…
In dem Lied wird ein märchenhaftes, grünes Tal besungen, wo die Grenzen der mittelalterlichen Gesellschaft nicht gelten. Dort dürfen Spielmann und Königskind zusammen sein, ohne das ihre Liebe nicht als standesgemäß eingestuft wurde.

Kennt Ihr das russische Märchen “Anastasia”? Genau an dieses Märchen musste ich denken als ich „Bring mich nach Hause“ das erste Mal gehört habe. Besonders stark erinnert es mich and das besagte Märchen als der Refrain gesungen wurde, im Zusammenhang mit der Melodie. Wie es der Zufall will, habe ich währendes ganzen Liedes, ein tanzendes Mädchen, in einem wundevollen Kleid vor meinem geistigen Auge.
Aber in dem Lied geht es nicht um das Märchen und auch nicht um ein Mädchen was tanzt. Es geht um das Thema, das bestimmt jeder Spielmann kennt, das Heimweh. Jeder kennt bestimmt das Gefühl: Man ist mal wieder unterwegs. In einer fremden Stadt, in der man sich nicht wohl fühlt. Dann möchte man am liebsten zurück in die Heimat.

Märchenhaft und mythisch ist der Song „Welche Sprache spricht dein Herz“. Jeder von Euch kennt mit Sicherheit ein paar Märchen und Mythen von Nixen und Undinen, die die Menschen durch ihre Schönheit und betörenden Gesängen in die Fluten locken. Genau darum geht es in diesem Text. Eine Undine versucht einen Wanderer aufzufordern, mit ihr in die unbekannte Meereswelt einzutauchen.
Bei dem Anfang des Refrains denke ich ab und zu aber an ein Liebeslied, wo ein Mädchen ihren Geliebten sagen möchte, dass sie die einzige wahre Liebe für ihn sein würde. 
Durch die getragene Melodie ziehe ich automatisch mit meinen Gedanken an das weite Meer. Besonders durch das wunderschöne Harfenspiel von Oliver s. Tyr.

„Andro“ ist ein traditioneller Kettentanz den Faun schon vor 10 Jahren für die CD „FAUN Licht“ aufgenommen haben. In den vielen Jahren hat sich der Tanz ständig weiter entwickelt und verfeinert, sodass es an der Zeit war diesen Tanz wieder auf eine Platte zubringen. Das Sahnehäubchen bei diesem Tanz ist wohl der zauberhafte Gesang von Sonja Drakulich. 
Meiner Meinung nach ist es eine weitere „Tanznummer“ auf diesem Album. Aber eine „Tanznummer“ die mich gedanklich auf einen Mittelaltermarkt bringt, wo es schon abends ist. Ich einen Becher Met in der Hand halte. Und… Lasst eurer Fantasie freien lauf.

Meine ersten Gedanken, als ich hörte Faun nimmt ein Duett mit Subway to Sally (StS) auf: Kann das gut gehen? Passen denn die Stimmen überhaupt zueinander?
Ich muss begeistert feststellen, dass die beiden Bands mir mit dem Lied „Minne Duett“ bewiesen haben: Es ist gut gelaufen. Und die Stimmen wirken perfekt zusammen. Obwohl ich gern wüsste, wie es klingt wenn Eric Fish und Katja Moslehner zusammen singen…
Ab den ersten Tönen vernimmt man gleich das Mitwirken von StS, was mich persönlich eigentlich nicht stört.
Schon vor einigen Jahren arbeitete Faun mit StS an dem StS`s Song „Minne“. Jetzt haben die beiden Bands die Geschichte weiter gesponnen und so entstand das Lied „Minne Duett“. Hier kommt diesmal die Minnedamme zu Wort. Es beschreibt, dass sich die besagte Dame einsam/allein fühlt wenn der Minnesänger nicht bei ihr ist und sie sich nach ihm sehnt.

“Thymian & Rosmarin” ist ein romantischer Song mit traumhafter Flötenmelodie. Die Stimmen von Fiona Rüggeberg und Oliver s. Tyr harmonieren perfekt zusammen, wie auch mit den Klangfarben der Instrumente.
Das Lied basiert auf einer englischen Ballade „Scarborough Fair“, der ein Märchenmotiv zu Grunde liegt. In dem Text geht es darum, dass ein Mann durch Mut und Treue (Thymian & Rosmarin) verschiedene unlösbare Aufgaben absolvieren muss, damit er wieder bei seiner Liebsten vereint am See sein kann.

Kein anderes von den Lieder als „Warte auf mich“ hätte das Album besser abschließen können. Von der ersten Sekunde regt die harfen- und flötenreiche Melodie einen zum Träumen an. Dabei ist Katja Moslehner`s Stimme nicht ganz unschuldig dran.
Ich habe gemerkt, dass man den Text von Michael Bodenski in verschiedenen Richtungen interpretieren kann. Schon ich alleine habe für diesen Text mehr als nur zwei Interpretationsmöglichkeiten. Daher will ich mich nicht in Eure Fantasie einmischen und zitiere Faun mit den passenden Abschlussworten: „Wir sind froh, dass wir unsere musikalische Reise mit dem symbolträchtigen Bild des ewigen Gartens beenden können.“.

Zum Abschluss kann ich nach intensiver Beschäftigung mit dem Album „Von den Elben“ sagen, dass es ein sehr gelungenes Werk ist, was einen in andere Welten führt. Genau das, was die Alben davor auch bei mir bewirkt haben.

Eure Sarah

 

Wertung:     

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